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Geldentwertung durch Klimawandel?

Die zuletzt bekannt gegebene Inflationsrate betrug im August 2015 0,2% – moderat und nicht beängstigend, wie man zunächst annehmen könnte. Schaut man sich die Daten aber genauer an, so stellt man fest, dass gerade die Lebensmittelpreise in den vergangenen Monaten wesentlich stärker gestiegen sind, als andere Bereiche.

Laut statistischem Bundesamt lagen die Lebensmittelpreise mit durchschnittlich 5,7% höher, als im selben Monat des Vorjahres. Die Preise für Äpfel (+22,3%), Butter (+30,8%) und Kartoffeln mit +44,4% explodierten geradezu. Menschen mit kleinerem Einkommen, deren Hauptausgaben aus Dingen des täglichen Lebens bestehen, sind besonders von dieser Entwicklung betroffen. Die Diskrepanz zwischen statistischer und gefühlter (individueller) Inflationsrate klafft immer weiter auseinander.

Neben steigender Nachfrage aus den Schwellenländern, werden die vergangenen Wetterextreme für die Lebensmittelpreis-Steigerungen verantwortlich gemacht. So hat das besonders kalte Frühjahr zu deutlichen Ernteausfällen geführt. Eine Nachricht des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung klingt da wie ein Paukenschlag: das Institut rechnet in den kommenden Jahren lokal und weltweit mit einer Vervielfachung der Wetterextreme. So wird bis zum Jahr 2020 – also in fünf Jahren (!) – mit einer Verdoppelung der Hitzewellen gerechnet. Diese Entwicklung wird nachhaltigen Einfluss auf die Preisentwicklung im Lebensmittelbereich haben. Wir können also getrost mit weiter anziehenden Preisen rechnen!

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Auch von Seiten der Politik dürfte eine hohe Inflationsrate eher erwünscht sein als auf Ablehnung stoßen. Betrachtet man die aktuelle Staatsverschuldung, die zurzeit etwa 80% des Bruttoinlandsproduktes ausmacht, so benötigt man zur Reduzierung der Verschuldungsquote im Rahmen der Maastricht-Vereinbarung (60%), bei einer Inflationsrate von 2%, einen Zeitraum bis zum Jahr 2033. Bei einer Inflationsrate von 4% verkürzt sich der Zeitraum auf das Jahr 2021 und bei einer Inflation von 6% gar auf das Jahr 2018 (Quelle: IMF). Je höher die Inflationsrate, umso schneller wird eine „Entschuldung“ in den Rahmen der Maastricht-Kriterien erreicht.

Neben den höheren Ausgaben für den täglichen Lebensbedarf, ist bereits heute und in den kommenden Jahren mit Verlusten aus „vermeintlich“ sicheren Geldanlagen wie Tages- und Festgeld, Sparbuchanlagen sowie Anleihen zu rechnen. Hier greift der Begriff „finanzielle Repression“ um sich, womit gemeint ist, dass die Rendite einer Geldanlage nach Abzug der Inflationsrate zu einem realen Verlust führt. Beispiel: der Anlagezins für ein Festgeld von 12 Monaten liegt zurzeit im Durchschnitt bei 0,0% p.a., abzüglich einer Inflationsrate von offiziell 0,2%, beträgt der jährliche Verlust 0,0%. Muss der Ertrag noch versteuert werden, so erhöht sich der Verlust noch um die Steuerzahlung. Dabei wurde die individuelle Inflationsrate noch nicht berücksichtigt, die aber – wie wir oben gesehen haben – deutlich höher liegen kann.

Unter dem Strich also keine rosigen Aussichten für Geldanleger! Was ist zu tun?

Meiden Sie Geldwertanlagen wie Festgeld, Sparbuch und Anleihen/Rentenfonds. Lediglich die notwendige Rücklage für Eventualitäten sollten in diesen Anlageformen noch investiert werden. Darüber hinaus sind Sachwertanlagen wie Aktienfonds, Container-Anlagen und Immobilien (mit Einschränkungen) erste Wahl!

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